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Autor Thema: Vulkan / Können in Deutschland wirklich Vulkane ausbrechen?  (Gelesen 1176 mal)
atrsc2003
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« am: Oktober 20, 2009, 16:19:57 »

Hat sich mal einer darĂŒber Gedanken gemacht?! Ja, hat jemand!
Es gibt anscheinend einige die sich darĂŒber Gedanken machen, und das nichts so abtun als wĂ€re nichts! Ich habe mich darĂŒber mal ein wenig schalu gemacht und möchte dazu einiges prĂ€sentieren!

Vielleicht findet sich ja der eine oder andere der an den BeitrÀgen teilhaben möchte, oder sogar wissenswertes dazu beisteuern kann!

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   Andreas
atrsc2003
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« Antworten #1 am: Oktober 20, 2009, 16:21:08 »

Vulkanologe Hans-Ulrich Schmincke vom Leibniz-Institut fĂŒr Meereswissenschaften in Kiel: „Es ist ein Irrglaube, dass die Vulkane in der Eifel erloschen sind, nur weil sie seit rund 13 000 Jahren nicht mehr ausgebrochen sind.“

Was der Allgemeinheit nicht richtig bewusst ist: Es gibt in Deutschland einen VulkangĂŒrtel rund 300 Kilometer nördlich der Alpen: Eifel, Erzgebirge, Vogelsberg, Westerwald und zusĂ€tzlich der Kaiserstuhl. Wikipedia listet in dem Gebiet 39 Vulkane auf. Alle inaktiv, aber meist nicht erloschen, sie „schlafen“ nur.

Der letzte Ausbruch eines Vulkans in Deutschland war vor rund 10 500 Jahren. Damals entstand das Ulmener Maar (Rheinland-Pfalz).

Deutlich stĂ€rker war die Eruption des Laacher Vulkans vor 12 900 Jahren. Sie war weitaus grĂ¶ĂŸer als beim Vesuv, der Pompeji zerstörte. Beim Ausbruch setzte sich ein gigantischer Lavafluss in Bewegung, staute den Rhein bei Andernach auf. Als der Damm brach, ĂŒberschwemmte eine Monster-Flutwelle selbst noch Teile des heutigen Holland. Als im Krater die Magmakammer geleert war, brach der Boden ein und die Vertiefung fĂŒllte sich mit Wasser. Der heutige Laacher See.

Der Vulkan ist zwar heute nicht mehr aktiv, aber auch noch nicht erloschen. Gasblasen, die am Rande des Sees aufsteigen, zeugen von einem unruhigen Erdinneren. Wann es wieder Eruptionen geben kann, ist ungewiss. Seismologe Klaus-GĂŒnter Hinzen von der Uni Köln: „Womöglich vergehen noch Jahrtausende. Aber es kann auch schon in ein paar Monaten so weit sein.“

In der Eifel sind nĂ€mlich auch zahlreiche „Plumes“ oder „Hot Spots“ nachgewiesen. Diese „Mini-Vulkane“ treten dort auf, wo keine Kontinentalplatten aufeinander treffen. In einer Tiefe von ĂŒber 100 Kilometern drĂŒckt stĂ€ndig heiße Gesteinsmasse (1000 bis 1300 Grad) nach oben, die in der NĂ€he der ErdoberflĂ€che schmilzt. Jede Ausbeulung der Erde oder jedes Beben kann dabei Hinweis auf einen nahen Vulkanausbruch sein – wann auch immer...

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   Andreas
atrsc2003
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« Antworten #2 am: Oktober 20, 2009, 16:33:56 »

Vulkane in Deutschland

Die Vulkangebiete in Deutschland befinden sich in der Eifel, im Erzgebirge, am Vogelsberg, im Westerwald, am Kaiserstuhl und an der Rhön. AuffĂ€llig an der Anordnung der meisten Vulkangebiete ist, dass sich das Gebiet ca. 300 km vor der Alpenfront auftĂŒrmt. Geologen sind der Meinung dass die Alpenentstehung ein Teil zu dem Vulkanismus beigetragen hat.

Die allgemeine Ursache des Vulkanismus liegt in der Plattentektonik der ErdoberflĂ€che. Die Erde besitzt 7 große Platten und 20 kleine Platten mit unterschiedlichen Dicken. Da diese Kontinentalplatten auf dem flĂŒssigen Erdinneren schwimmen, gibt es Platten die sich aufeinander zu bewegen und Platten die sich voneinander weg bewegen. Dort wo die Kontinentalplatten sich aufeinander zu bewegen gibt es Vulkane. Aber auch an Stellen wo die Kontinentalplatten sich voneinander weg bewegen kann man Vulkane finden. Dies findet meist in den Tiefen der Ozeane statt. Durch das DrĂŒcken der Kontinentalplatten wird die PlattenoberflĂ€che zum Schmelzen gebracht, dies geschieht in hundert Kilometern Tiefe. Aus der PlattenoberflĂ€che wird flĂŒssiges Gestein. Durch den Schmelzprozess werden Gase gebildet und ein hoher Druck entsteht. Das Gas will entweichen und versucht durch Risse und Spalten an die ErdoberflĂ€che zu gelangen. Bei einem geringen Gasgehalt fließt die Lava ruhig aus der Öffnung, bei hohem Gasgehalt wird sie mit hoher Kraft aus dem Vulkankrater geschleudert.

Der Kaiserstuhl war vor ca. 15 Millionen Jahren ein Vulkan. In der Eifel liegt ganz idyllisch der Laacher See. Dieser gehört zu den grĂ¶ĂŸten Kraterseen der Eifel. AuffĂ€llig fĂŒr einen Kratersee sind die aufsteigenden Gasblasen in UfernĂ€he, dies deutet auf ein unruhiges Erdinnere hin. Die ganze Eifel ist ĂŒbersĂ€t mit Vulkanen, 250 Vulkane brachen in der Eifel bisher aus und die letzte AktivitĂ€t war vor 11.000 Jahren, seither ist es eine trĂŒgerische Ruhe.

In der Eifel gibt es besondere Vulkane, sie werden "Plumes" oder auch "Hot Spots" genannt. Diese Vulkane treten dort auf wo keine Kontinentalplatten aufeinander drĂŒcken. In einer Tiefe von 100-400 km befindet sich eine heiße Gesteinsmasse, die stetig nach oben steigt. In der NĂ€he der ErdoberflĂ€che beginnt diese dann zu schmelzen. Auf der ganzen Welt gibt es ca. 100 solcher Hot Spots die Vulkanismus betreiben. Plumes hingegen sind in der Eifel mit einem Durchmesser von ca. 100 km sehr klein. Geologen beobachten das Gebiet der Eifel sehr genau, denn jede kleine Aufbeulung oder ein starkes Beben kann ein Hinweis fĂŒr einen zukĂŒnftigen Vulkanausbruch sein. Derzeit gibt es keine wirklich aktiven Vulkane in Deutschland, doch die Vulkane sind nicht tot. Im Inneren lauern sie auf ihren Ausbruch und keiner weiß wann genau dieser Zeitpunkt gekommen ist.

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« Antworten #3 am: Oktober 20, 2009, 16:43:46 »

Die Simulation eines Ausbruchs der Eifel-Vulkane ist das HerzstĂŒck des Vulkan-Museums Lava-Dome in Mendig.

Die Idee des Films Vulkan, dessen zweiter Teil am Montag folgt, ist nach Expertenmeinung gar nicht so weit hergeholt. Professor Ulrich Schreiber vom Insititut fĂŒr Geografie der Uni Duisburg-Essen hat bei dem RTL-Film als wissenschaftlicher Berater geholfen. „Mir war es wichtig, dass der wissenschaftliche Rahmen stimmt. Und das ist im Großen und Ganzen der Fall“, sagt der Vulkanologe. Die Eifel, ein Mittelgebirge an der Grenze von Rheinland-Pfalz zu Nordrhein-Westfalen, ist eine der vulkanisch aktivsten Regionen Deutschlands. Das macht sich zum Beispiel durch austretende Gase bemerkbar, etwa am Laacher See, wo auch der RTL-Film spielt. „Die Wahrscheinlichkeit, dass es in der Eifel noch einmal zu einem Vulkanausbruch kommt, liegt bei 100 Prozent“, sagt Schreiber – fragt sich nur, wann.

Der Laacher-See-Vulkan hat zuletzt vor 13 000 Jahren Feuer und Asche gespuckt. Nach Meinung vieler Vulkanologen ist in den nĂ€chsten Jahrzehnten nicht mit einem erneuten Ausbruch zu rechnen – schon weil die Ausbruchzyklen viel lĂ€nger seien als die zurĂŒckliegenden 13 000 Jahre. Derzeit kann kein Forscher den Zeitpunkt des nĂ€chsten Ausbruchs vorhersagen. Schreiber ist sich jedoch sicher, dass der Eifel die grĂ¶ĂŸte vulkanische AktivitĂ€t noch bevorsteht. Andere Vulkanfelder in Deutschland wie der Westerwald oder die Rhön waren mehrere Millionen Jahre aktiv, ehe sie erloschen sind.

Und die Anzeichen fĂŒr einen erneuten Ausbruch in der Eifel sind offensichtlich: Neben dem austretenden Kohlendioxid sind dies vor allem die ErdstĂ¶ĂŸe. Das jĂŒngste grĂ¶ĂŸere Erdbeben erschĂŒtterte die Eifel im August 2007 mit einer StĂ€rke von 4,0.

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« Antworten #4 am: Oktober 20, 2009, 20:38:18 »

Ich habe hier eine schöne Geschichte gefunden....die ich niemandem vorenthalten möchte!:

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Ein aktiver Vulkan in Deutschland? Gewisse Zweifel bleiben - zumindest in Obertheres (Kreis Haßberge).

Es war ein Tag im April, als Gilda L. (85) wie sonst auch in den Keller stieg, wo die WaschkĂŒche ist, und sich auf einmal ĂŒber ihre heißen Pantoffeln wunderte. Sie legte die Hand auf den Fußboden und zog sie sofort zurĂŒck – die bis zu 70 Grad heiße Bodenplatte hĂ€tte beinahe ihre Finger verbrannt.

Der „Hotspot“ (Heißer Punkt) von Obertheres (Kreis Haßberge): Er stellt alle Experten vor ein RĂ€tsel! Liegt eine alte Fliegerbombe unter dem Haus? Brodelt es in einem der vor 20 Millionen Jahren erloschenen Vulkane in der Region wieder? Oder war nur ein Abwasserrohr, das exakt unter der heißen Stelle verlĂ€uft, verantwortlich fĂŒr das PhĂ€nomen?

„Das alles ist wirklich sehr mysteriös, es handelt sich um ein unerklĂ€rliches PhĂ€nomen“, sagt ein Sprecher des Landesamtes fĂŒr Umwelt, das in der vergangenen Woche Bodenproben im Oberthereser Keller entnommen hat. Bevor jedoch der Estrichboden von den Fachleuten aufgestemmt und der 30-Zentimeter-Bohrer angesetzt wurde, war vorsichtshalber die Feuerwehr mit Löschmitteln und GaswarngerĂ€t in Stellung gegangen. Man wusste nicht, was einen erwartet. Doch nichts passierte, und seit gestern steht auch fest: Die Ursache fĂŒr den Hotspot konnte nicht gefunden werden.

Hausbesitzerin Gilda L. zur tz: „Wir leben seit 52 Jahren hier im Haus, das ist nicht angenehm, das kann ich Ihnen sagen!“ Auch die Verantwortlichen im Rathaus beschlich ein mulmiges GefĂŒhl – schließlich verlĂ€uft unterhalb von Obertheres die Kissingen-Haßfurter Störungslinie, eine vulkanologisch einstmals höchst aktive Zone. KĂ€mmerer Markus Hahn: „Nur zehn Kilometer von hier entfernt liegt die Hohe Wann, ein erloschener Vulkan.“

Dr. Georg BĂŒttner vom Landesamt fĂŒr Umwelt in Hof hat ĂŒber die Geologie im Raum Theres seine Doktorarbeit geschrieben, war auch bei den Untersuchungen des Hotspots vor Ort. Er sagt: „Es gibt Vulkanismus in der Gegend. Wir kennen erloschene Vulkane in Mechenried, am Brannenberg und am HĂŒgelhĂ€uschen bei Hofheim – aber als ErklĂ€rung fĂŒr den Hotspot scheiden sie mit großer Wahrscheinlichkeit aus, weil sich dann ja auch die Quellen im Umfeld hĂ€tten erwĂ€rmen mĂŒssen.“

Vor 10.000 Jahren brach in Deutschland – in der Eifel – der letzte Vulkan aus. Im Landrats­amt Haßberge versucht man zu beruhigen: „Noch nie ist Vulkanismus so lokal auf nur einen Quadratmeter begrenzt aufgetreten.“ Man bietet andere ErklĂ€rungen an: Zum Beispiel Kampfmittel. Am 11. Januar 1945 stĂŒrzte 30 Meter vom Oberthereser Hotspot-Haus ein MilitĂ€rflugzeug ab. Aber das ist als Ursache ungeeignet: Im Keller hĂ€tte Phosphorgas austreten mĂŒssen. Weitere Möglichkeit: ein Sulfidbrand in dem Gestein, auf dem das Haus errichtet ist. DafĂŒr wĂ€re ein Kurzschluss oder eine chemische Reaktion nötig gewesen – und bei der Bohrung hĂ€tte Schwefeldioxid austreten mĂŒssen. Kommt also auch nicht in Frage.

Bliebe noch das Rohr, das auffĂ€lligerweise genau im Zentrum der Anomalie verlĂ€uft. Dr. BĂŒttner denkt: „Nach unserer EinschĂ€tzung ist die Störung vom Menschen verursacht und hat mit dem Rohr zu tun.“ Die Hausbewohner versichern allerdings, das Bad, mit dem das Rohr verbunden ist, vor dem Auftreten des Hotspots wochenlang nicht benutzt zu haben.

Seit Wochen ist nun die heiße Stelle wieder erkaltet. Und Gilda und ihr Mann Rudi (89) wollen den ganzen Trubel am liebsten vergessen. Doch BĂŒrgermeister Hans-Peter Reis warnt: „Das Problem ist immer noch da, das PhĂ€nomen ist nicht erklĂ€rt worden und es könnte wieder auftreten.“

Quelle: tz
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   Andreas
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